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Chancengleichheit

Arbeiten bei der EU – Talent ist Trumpf!

Unsere Vision und unser Auftrag

Wir von EPSO glauben an Chancengleichheit und Vielfalt. Damit die EU-Institutionen allen die gleichen Chancen bieten und die Vielfalt der heutigen Gesellschaft widerspiegeln, lassen wir uns von folgenden Grundsätzen und Zielen leiten:

  • EPSO garantiert Chancengleichheit, Gleichbehandlung und freien Zugang ohne Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Überzeugungen, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung. 
  • EPSO achtet auf inklusive Auswahlverfahren und bietet allen Bewerberinnen und Bewerbern die gleiche Chance, ihre Kompetenzen unter Beweis zu stellen, indem Hemmnisse ermittelt und beseitigt und mögliche Benachteiligungen oder Diskriminierungen nach Möglichkeit ausgeschlossen werden.
  • EPSO fördert die Chancengleichheit und beteiligt sich an verschiedenen Stakeholder-Gruppen und Expertenorganisationen, um qualifizierte Bewerber/-innen mit möglichst unterschiedlichen Hintergründen anzusprechen.
  • Auf diese Weise wollen wir die Vielfalt des Talent-Pools erhöhen und erreichen, dass der europäische öffentliche Dienst möglichst repräsentativ für den Facettenreichtum der EU-Bevölkerung ist, der unsere Arbeit letztlich dient.
 
Wie setzen wir das in der Praxis um?

Folgende konkrete Schritte haben wir unternommen, um Chancengleichheit und Vielfalt am Arbeitsplatz Realität werden zu lassen.

  • Wir führen systematisch statistische Analysen und Kontrollen durch und garantieren damit die Neutralität unserer Testfragen.
  • Unsere Auswahlmethoden basieren auf standardisierten und objektiven kompetenzbasierten Bewertungen.
  • Lebensläufe werden ausschließlich anonym und nach objektiven Kriterien ausgewertet.
  • Wir treffen besondere Vorkehrungen für Bewerber/-innen mit Behinderungen oder besonderen Bedürfnissen.
  • Wir setzen das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen um.
  • Unsere Auswahlverfahren und -tests werden in Screenings systematisch auf Chancengleichheit und Vielfalt geprüft. Wir ermitteln Hemmnisse und Barrieren, die Ihre Leistungen im Auswahlverfahren beeinträchtigen könnten und treffen erforderlichenfalls Abhilfemaßnahmen.
  • Zwecks kontinuierlicher Verbesserung prüfen wir regelmäßig die Barrierefreiheit unserer Kommunikation sowie unserer Auswahlverfahren und Tests. Falls notwendig, nehmen wir Anpassungen unserer Formate an unterstützende Technologien und individuelle Tools vor. Alle neuen IT-Entwicklungen müssen Anforderungen an die Barrierefreiheit gerecht werden.
  • Die mit der Bewertung Ihrer Kompetenzen betrauten Prüfungsausschussmitglieder werden darin geschult, ihre Auswahl so unvoreingenommen, objektiv und professionell wie möglich zu treffen und dabei Chancengleichheit und Gleichbehandlung sicherzustellen.
  • Wir achten auf eine ausgewogene Zusammensetzung der Prüfungsausschüsse, um das Risiko von Vorurteilen und Diskriminierung so weit wie möglich zu begrenzen. Bei der Zusammensetzung der Ausschüsse achten wir auf eine ausgewogene Verteilung im Hinblick auf Geschlecht, Nationalität, Sprachen sowie Zugehörigkeit zu Personalvertretung und Verwaltung. Die Mitglieder haben unterschiedlichste Hintergründe.
  • Wir bitten alle Bewerber/-innen um Feedback und erzielen so kontinuierliche Verbesserungen.
  • Unsere Kommunikation ist zielgerichtet und darauf ausgelegt, qualifizierte Bewerber/-innen aus allen 28 EU-Ländern zu erreichen. Engagierte Mitarbeiter/-innen berichten über ihre Arbeit für die EU-Institutionen und ihr Leben am Dienstort, um potenziellen Bewerbern/Bewerberinnen einen Eindruck von einer Laufbahn bei der EU zu vermitteln. Darüber hinaus sind wir über EU-Hochschulbotschafter/-innen in den Hochschulen präsent und nehmen an Berufsberatungsveranstaltungen, Jobbörsen und anderen einschlägigen Veranstaltungen teil.

 

Wie geht EPSO vor?

Um die Gleichstellung der Geschlechter zu gewährleisten, trifft EPSO verschiedene Maßnahmen, unter anderem im Rahmen eines Aktionsplans zur kontinuierlichen Verbesserung des Testmanagements (insbesondere psychometrischer und anderer Tests in der Vorauswahlphase). Die mit der Kompetenzbewertung im Assessment-Center betrauten Prüfungsausschussmitglieder werden entsprechend geschult, um Chancengleichheit und Gleichbehandlung in Bewerbungsgesprächen und anderen Übungen zu gewährleisten.

Das wichtigste Ziel auf allen Stufen des Auswahlprozesses ist die Minimierung des Geschlechteraspekts: Frauen und Männer sollen die gleichen Chancen erhalten, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Auf der Grundlage weitreichender Studien hat EPSO daher entsprechende Maßnahmen getroffen, um Benachteiligungen auszuschließen und eine geschlechterneutrale Beurteilung der Kompetenzen und des Potenzials der Bewerber/-innen sicherzustellen.

Menschen mit Behinderung oder besonderen Bedürfnissen

 

Eine Behinderung oder Krankheit sollte kein Hindernis für eine Teilnahme am Auswahlverfahren darstellen.

EPSO trifft bewährte und angemessene Vorkehrungen auf der Grundlage international anerkannter Verfahren in diesem Bereich. So ermitteln wir Hemmnisse für Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Einschränkungen und ermöglichen ihnen eine gleichberechtigte Teilnahme an unseren Tests.

 

 

Müssen wir für Sie besondere Vorkehrungen treffen?

 

 

Um im Rahmen der Auswahlverfahren eine Sonderregelung aufgrund einer Behinderung oder gesundheitlichen Einschränkung in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie wie folgt vorgehen:

 

1. SCHRITT: Kreuzen Sie in Ihrem Bewerbungsformular das Kästchen für „SONDERREGELUNGEN“ an und teilen Sie uns mit, ob Sie besondere Bedürfnisse haben. Damit wir besser nachvollziehen können, welche Schwierigkeiten sich aufgrund Ihrer Behinderung oder Krankheit in einer Testsituation ergeben, beschreiben Sie diese bitte ausführlich und geben Sie an, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen. Als Nachweis für Ihren Antrag benötigen wir darüber hinaus eine Kopie Ihres Behindertenausweises oder ärztlichen Attests. Andernfalls können wir Ihrem Antrag nicht Folge leisten.

Wir akzeptieren von anerkannten nationalen Stellen ausgestellte Behindertenausweise sowie Atteste von Fachärzten. Letzteren muss ein detaillierter Bericht beigefügt werden.

 

Wir garantieren die vertrauliche Bearbeitung aller mit Ihrer Behinderung oder Krankheit zusammenhängenden Daten im Einklang mit der Verordnung (EG) Nr. 45/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom18. Dezember 2000.

 

2. SCHRITT: Sobald Sie Ihren Antrag eingereicht haben, werden Sie von unserem Team für Barrierefreiheit kontaktiert, das für die Einrichtung einer angemessenen Testumgebung für Bewerber/-innen mit besonderen Bedürfnissen zuständig ist. Sie erfahren rechtzeitig, welche Vorkehrungen für Sie getroffen werden und erhalten etwaige Zusatzinformationen.

3. SCHRITT: Sie erhalten die Einladung zu den Tests, die Sie aufgrund der gewährten Anpassungen unter bestmöglichen Bedingungen absolvieren können.

4. SCHRITT: Wir bitten Sie um eine Rückmeldung zwecks kontinuierlicher Verbesserung unserer Verfahren.

Inwieweit werden meine Bedürfnisse berücksichtigt?

 

Sie wissen selbst am besten, welche Schwierigkeiten Ihre Behinderung oder gesundheitliche Einschränkung in einer Testsituation verursacht, daher bitten wir Sie im Vorfeld um eine Einschätzung der Art von Vorkehrungen, die für Sie sinnvoll wären.

Wir entscheiden von Fall zu Fall und stützen uns dabei auf Ihre Informationen, aber auch auf unsere einschlägigen Erfahrungen in diesem Bereich, weshalb die endgültige Testumgebung gegebenenfalls von Ihren Vorstellungen abweichen kann. Wir treffen die nach Maßgabe des zu absolvierenden Tests für Sie angemessenen Vorkehrungen.

Einige Beispiele für mögliche Anpassungen:

- Barrierefreier Zugang 

 

- Verlängerung der Testdauer

- Textvergrößerung oder Vergrößerungssoftware

 

- Ausdruck in Blindenschrift oder Braille-Tastatur

 

- Bildschirmleser

- Gebärdendolmetschung

- angepasste Beleuchtung höhenverstellbare Tische

 

- individuelle Betreuung und vieles mehr …

 

 

Haben Sie Schwierigkeiten beim Zugang zu unseren Diensten? 

Barrierefreiheit ist für uns ein wichtiges Thema, und wir arbeiten intensiv daran, unsere Kommunikation und Auswahlverfahren in dieser Hinsicht kontinuierlich zu verbessern. Zu diesem Zweck führen wir regelmäßig Screenings durch, um zu erfahren, wo wir stehen und wie wir 100 % barrierefrei werden können. Barrierefreiheitsanforderungen werden bei allen neuen IT-Entwicklungen berücksichtigt. Wir entwickeln barrierefreie Formate für Dokumente, die mit unterstützenden Technologien derzeit nur eingeschränkt zugänglich sind, und prüfen, wie unser Portal das Niveau 2.0 der WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) erreichen kann.

Haben Sie dennoch Schwierigkeiten beim Zugang zu unserem Portal und/oder zu unseren Dokumenten?

Möchten Sie uns helfen, die Barrierefreiheit unseres Portals und unserer Auswahlverfahren zu verbessern? Dann kontaktieren Sie uns

 

 

Das sagen unsere Kolleginnen und Kollegen

Johan ist seit zwei Jahren lSystemverwalter im Europäischen Parlament in Brüssel. Er erhielt vor 12 Jahren die Diagnose „Autismus“, eine Behinderung, die nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Wir fragten ihn, ob es sich in seinem Team integriert fühlt und ob seine Behinderung an seinem Arbeitsplatz ein Thema ist.

„Ich fühle mich im Team integriert. Ich bin ziemlich extrovertiert und freue mich deshalb über den Dialog mit den Kollegen. Wir erzählen uns Witze und lachen viel zusammen. Die meisten Kollegen wissen nicht, dass ich Autismus habe. Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, meine Behinderung zu verbergen. Außerdem ist in meinem Arbeitsbereich autistisches Verhalten nicht ungewöhnlich. Vielleicht bin ich auch ein untypischer Autist? Die meisten Leute glauben, Menschen mit Autismus sind nicht gerne unter anderen Menschen, aber das ist eine falsche Vorstellung. Es stimmt, dass Menschen mit Autismus andere Denkstrukturen haben, dass sie zum Beispiel mehr Wert auf Details legen und oft Schwierigkeiten mit der Verarbeitung von Sinneseindrücken haben. Sind sie jedoch entspannt, dann genießen sie die Gesellschaft anderer.“

Konstantinos arbeitet seit einem Jahr in der Generaldirektion Infrastrukturen und Logistik des Europäischen Parlaments in Luxemburg. Im Jahr 2006 wurde bei ihm multiple Sklerose festgestellt. Seither stützt er sich beim Gehen auf eine Krücke. Wir fragten ihn, was er von seinem Arbeitsumfeld hält.

„Die Arbeit in einer Umgebung, in der ich von netten Kollegen und zugänglicher Infrastruktur unterstützt werde, hat meine Gesundheit stabilisiert und vielleicht sogar verbessert. Die Projekte, die mir aufgetragen wurden, haben mich inspiriert, noch härter zu arbeiten. Besonders freut mich die Verbesserung der Einrichtungen im Europäischen Parlament: Sie sind jetzt  viel zugänglicher für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. In diesem Zusammenhang halte ich es für ein Privileg, dass ich die besten Arbeitsmethoden der Europäischen Union zur Verbesserung des Arbeitsumfelds für Menschen mit Behinderungen vorstellen durfte.“

Ville arbeitet seit 2013 als Rechtsreferent für die Europäische Kommission. Er ist von Geburt an blind. Wir fragten ihn, was er vom Auswahlverfahren hält, und was ihm seit seinem Arbeitsantritt bei der Europäischen Kommission überrascht hat.

„Nachdem ich die EPSO-Website gelesen hatte, wandte ich mich per E-Mail an das für Barrierefreiheit zuständige EPSO-Team. Erst danach füllte ich das Anmeldeformular für das Auswahlverfahren aus. Das EPSO-Team gab mir weitere Hinweise, und ich füllte das entsprechende Kapitel im Anmeldeformular aus. Das Team war sehr kompetent und gut organisiert. Nach Erhalt der Anmeldung trafen sie besondere Vorkehrungen, mit deren Hilfe ich an der ersten Auswahlrunde teilnehmen konnte – als blinder Bewerber, aber unter gleichen Voraussetzungen wie andere Kandidaten. Die Vorkehrungen waren angemessen und erfüllten ihren Zweck. Während des gesamten Auswahlverfahrens blieb die Zusammenarbeit mit dem Team für Barrierefreiheit ausgezeichnet, auch während der Testphase im Assessment-Center. Eine positive Überraschung für mich war die Tatsache, dass fast alle Dokumente in digitaler Form vorliegen, da die gesamte Korrespondenz in elektronischen Datenbanken gespeichert ist. Als Nutzer eines Bildschirmleseprogramms muss ich fast keine Zeit damit verbringen, Papierdokumente in den Computer zu scannen – in meinen früheren Arbeitsstellen gehörte dies zu meinen Aufgaben.“

Weitere Berichte unserer Personalbotschafter/-innen